Auswanderungen

In meiner Familie bin ich mit dem Begriff "Auswanderung" groß geworden. Ein Onkel war 1925 nach Oklahoma ausgewandert. Seine Briefe wurden aufgehoben, und ich lernte durch sie meine Familie mütterlicherseits kennen. Im Jahre 2002 kam es zu einem ersten Kennenlernen per Internet, später traf sich die ganze Familie Cornelsen anlässlich unseres Trips durch die USA zu einem BIG Family BBQ.

 

Das Bild zeigt den Treck von Indianola (Bucht von Mexiko) entlang des Guadelupe River nach New Braunfels. Es war der Weg, den die Auswanderer 1845 / 1846 nahmen und gehört zu den Geschichten meine texanischen Freundin.

 

Aber nicht nur die Auswanderungen in die USA waren ein Thema für mich, in meinen Familien wurde ständig ein- und ausgewandert: Angefangen mit den Holländern und Friesen, die nach Westpreußen gerufen wurden, um dort die Niederungen einzudeichen und urbar zu machen, sowie mit den "Wäldlern" - vorzugsweise aus dem Böhmerwald, die Masuren und das östliche Ostpreußen durch Brandrodung urbar machten. Jahrhundertelang blieben diese Vorfahren seßhaft, erst nach Beginn der Industrialisierung kam es zur ersten Auswanderung eines Großonkels nach Amerika. Bis 1901 war ein kompletter Zweig einer Familie nach Kansas und später nach Oklahoma gegangen. 1900 war auch das Jahr, in dem der zweite Familienverband auseinander ging: Ein Teil ging nach Berlin, der andere Teil ging 1945, bedingt durch den 2. Weltkrieg ebenfalls nach Westen, einige ebenfalls nach Berlin, andere nach Schleswig-Holstein oder von Berlin, damals noch geteilt, in den Westen nach Niedersachsen. Auch im geteilten Berlin gab es Verwandte in Ost und West. 1989, nach dem Fall der Mauer, gab es wieder "Wanderungen", in alle Himmelsrichtungen die Familien driften auseinander, werden kleinteiliger.